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Diskussion in Venedig: „Kann Universalität spezifisch sein?”

Palazzo Contarini Polignac

Sestiere Dorsoduro 874
30123 Venedig
Italien

Anlässlich der Previewtage der Architekturbiennale präsentiert die internationale Initiative "Projekt Bauhaus" die Jahresfrage 2016 auf Einladung von Berührungspunkte im Palazzo Contarini Polignac.

Unter der Moderation der beiden Projekt-Koordinatoren Philipp Oswalt (Architekt, Berlin) und Anh-Linh Ngo (Redakteur ARCH+) diskutieren Keller Easterling (Architekturtheoretikerin, New York), Anne Kockelkorn (Architekturhistorikerin, Berlin) und Sascha Roesler (Architekturtheoretiker, Zürich) die Frage: "Kann Universalität spezifisch sein?"

Wie kann globale Universalität mit lokaler Spezifität verbunden werden? Co-produziert das lokal Spezifische das Universelle? Mehr zur Jahresfrage hier: projekt-bauhaus.de

Zugang nur nach vorheriger Anmeldung.

Das Bauhaus wie auch die Klassische Moderne insgesamt engagierten sich für universale Gestaltungsprinzipien. Ganz im Geiste der Aufklärung sollte Gestaltung auf vernünftige, sachliche und allgemeingültige Grundlagen gestellt werden, den Wissenschaften vergleichbar. Damit suchten die modernen Gestalter/innen Anschluss an die erfolgreiche wissenschaftlich-technische Entwicklung, die auf universalistischen Ideen basierte.

Der Werteuniversalismus führte im Bereich von Architektur und Städtebau in der Klassischen Moderne zum „Recht auf Wohnung“, welches mit der Wohnung für das Existenzminimum durchgesetzt werden sollte. Aufbauend auf einer Kritik des Massenwohnungsbaus der Nachkriegszeit führte Henri Lefebvre Ende der 1960er-Jahre das „Recht auf Stadt“ ein, das die Sicherung der Grundbedürfnisse um die Idee der gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe erweiterte. Heute scheint es erforderlich, ein drittes Grundrecht zu formulieren: das „Recht auf Welt“. Im Zeitalter von Migration, Globalisierung und menschgemachtem Klimawandel bedarf es einer Grundidee für den globalen Maßstab. Dabei formuliert das „Recht auf Welt“ nicht nur einen Anspruch, sondern auch eine Verpflichtung: Ein jeder steht in der Verantwortung, dass sein Verhalten die Erde als menschliches Habitat nicht gefährdet und ein gutes Leben für Menschen anderorts und in späteren Generationen nicht in Frage stellt.

Der Universalismus hat ein Janusgesicht, er kann emanzipatorisch befreiend wirken wie auch repressiv sein. Doch vor dem Hintergrund der heutigen Krisen meinen wir, dass es sich lohnen könnte, die Idee des Universalismus der Moderne erneut aufzugreifen, die zugrunde liegenden Ambitionen weiterzudenken und dabei zugleich die berechtigte Kritik daran produktiv zu machen.

Partner projekt bauhaus

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